Wissenswertes zu Ihrer künstlichen Ernährung
(zum Beispiel: Trinknahrungen, Cremen und Glace)
Künstliche Ernährung (auch Ergänzungsnahrungen genannt) kann bei einem (krankheitsbedingten) erhöhten Energiebedarf und/oder Eiweissmangel eingesetzt werden. Fehlen dem Körper lebenswichtige Nährstoffe, sei es aufgrund von Appetitlosigkeit oder einseitiger Ernährung, verschlechtert sich der Ernährungszustand. Gewichtsverlust, körperliche Schwäche, Wundheilungsstörungen oder häufigere Infekte können die Folgen dieser Mangelernährung sein.
Das Ziel der Ernährungstherapie mit Ergänzung durch künstliche Ernährung ist es, den (erhöhten) Kalorienbedarf abzudecken und den Eiweissmangel auszugleichen. Die ausreichende Versorgung mit genügend Energie und den lebensnotwendigen Nährstoffen (sowie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen) kann den Ernährungszustand verbessern. Abhängig von der Ausgangslage und dem Ziel sollte die künstliche Ernährung kurz- bis langfristig regelmässig eingesetzt werden. Grundsätzlich steht die Ernährung über Normalkost an erster Stelle. In den meisten Fällen gilt die künstliche Ernährung als Ergänzung zur Normalkost.
Aufbewahrung
- Ungeöffnete Trinknahrungen und Cremen können bei Raumtemperatur gelagert werden.
- Geöffnete Trinknahrungen und Cremen müssen im Kühlschrank gelagert und innert 24 Stunden verbraucht werden.
- Glace müssen tiefgekühlt aufbewahrt werden.
Tipps zur Einnahme
- Nehmen Sie die Trinknahrungen, Cremen oder Glace als Zwischenmahlzeit ein.
- Achten Sie darauf, dass Sie die Trinknahrung, Glace oder Cremen mindestens zwei Stunden vor Ihrer nächsten Mahlzeit einnehmen, damit Sie sich zu den Hauptmahlzeiten nicht zu gesättigt fühlen.
- Als Spätmahlzeit, nach dem Abendessen jedoch mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen, sind die Trinknahrung, Cremen oder Glace besonders zu empfehlen, da Ihr Körper dann nachts weniger Energie von seinen Reserven beziehen muss. Auf diese Weise kann der Muskelabbau verhindert werden.
- Trinken Sie die Trinknahrung langsam und in kleinen Schlucken. Rasches Trinken kann beispielsweise Völlegefühl oder Bauchbeschwerden auslösen.
- Essen Sie die Cremen oder Glace löffelweise und in kleinen Bissen. Rasches Essen kann beispielsweise Völlegefühl oder Bauchbeschwerden auslösen.
- Falls Ihnen die Trinknahrung, Cremen oder Glace nicht schmecken, betrachten Sie diese als Medikament. Diese Einstellung kann manchmal helfen.
- Sie können die Trinknahrung, wie im «Medpass Trinknahrungsprogramm» empfohlen, über den Tag verteilt in kleinen Dosen zusammen mit Ihren verordneten Medikamenten* einnehmen. Somit wird die Trinknahrung routiniert eigenommen und Ihr Appetit während der Mahlzeiten bleibt vorhanden. Beispiel für die Medpass Dosierung: 1 Flasche pro Tag (200 ml) = morgens 50 ml, mittags 50 ml, nachmittags 50 ml, abends 50 ml
- Vielleicht schmeckt Ihnen die Trinknahrung oder die Cremen besser gekühlt. Bitte beachten Sie hierbei, dass dies bei manchen Menschen Magen-Darm-Beschwerden auslösen kann. Probieren Sie aus, was für Sie am besten funktioniert.
- Trinken Sie die Trinknahrung aus einem Glas oder auch mal mit einem Strohhalm, das Geschmacksempfinden kann so angenehmer sein.
- Falls Ihnen die Trinknahrung zu sämig/dickflüssig ist, können Sie diese versuchsweise mit Milch, Wasser oder Eiswürfel leicht verdünnen.
- Eine weitere erfrischende Variante ist es, die Trinknahrung in Glace- oder Eiswürfel-Formen zu füllen und sie eisgekühlt zu geniessen (gilt nicht für Trinknahrung in Pulverform).
- Mehr Abwechslung bei den Aromen schaffen Sie, wenn Sie sich verschiedene Frappés mit Trinknahrung statt mit Milch zubereiten (Trinknahrung in Pulverform einfach in fertige Frappés einrühren).
- Neutrale Trinknahrungen lassen weitere abwechslungsreiche Kreationen zu: Sie können sie z.B. in Suppen, Saucen oder Kartoffelstock mischen oder Aufläufe, Gratins und Kuchengüsse damit zubereiten. Bei Interesse dürfen Sie sich gerne bei uns melden. Wir stellen Ihnen gerne verschiedene Rezeptbücher zur Verfügung.
*Achtung: Manche Medikamente müssen auf nüchternem Magen eingenommen werden oder dürfen nicht gemeinsam mit Milchprodukten eingenommen werden. Sprechen Sie dies vorab mit Ihrem behandelnden Arzt ab.
Bei Fragen und Unsicherheiten dürfen Sie sich gerne an unser Homecare-Team wenden.